Kundenkartei, Bürobetrieb Wäschefabrik Winkel; Foto: Tim Schanetzky, 2004.

Glossar der

Kapitalismuskritik

Kapitalismus-Bücher erleben seit der Finanzkrise von 2008 eine Konjunktur. Zwar sind darunter auch einige Verteidigungsschriften, aber das Klagen über Krisen und Ungleichheit dominiert den Sachbuchmarkt. Diese Popularität der Kapitalismuskritik hat auch dieses Glossar inspiriert. Es strebt keine Vollständigkeit an und will auch nicht mit etablierten Lexikonprojekten konkurrieren. Aber seine Idee verdankt sich doch der Beobachtung, wie systematisch der Wikipedia-Artikel „Kapitalismuskritik“ angelegt ist: Er enthält Rubriken über anarchistische, anthroposophische, postmoderne oder syndikalistische (und viele weitere) Ansätze der Kapitalismuskritik. Der historische Wandel der Kritik spielt jedoch eine geringe Rolle, ebenso konkrete Praktiken des Aktivismus oder solche Formen der Kritik, die von Theoriedebatten weithin unberührt geblieben sind. Demgegenüber soll Kapitalismuskritik in diesem Glossar als politisch-soziales Phänomen mit eigener Geschichte sichtbar gemacht werden.

Das Glossar der Kapitalismuskritik ist Ergebnis eines Lehrforschungsprojekts und versammelt Beiträge von Studierenden der Geschichtswissenschaft an der Universität Duisburg-Essen. Es erhebt keinen Anspruch auf Systematik oder gar auf Vollständigkeit, weil Interessen der Studierenden den Ausgangspunkt bildeten. Entsprechend hat sich das Seminar beispielsweise entschieden, im Interesse der Querschnittsperspektive den ideengeschichtlichen Monolithen der Kapitalismuskritik – Karl Marx – weitgehend auszuklammern, weil dies wohl ein eigenes Seminarprogramm erfordert hätte.

Jeder Beitrag des Glossars soll für sich gelesen werden können, aber es gibt Querverweise zwischen den Texten. Die Themen decken die Zeitspanne zwischen dem Frühsozialismus zu Beginn des 19. Jahrhunderts und den frühen 1990er Jahren ab. Die Seminargruppe hat Kriterien für den Aufbau der Artikel und ihre Formalia gemeinsam erarbeitet und das Glossar während des Wintersemesters 2024/25 abgeschlossen. Ziel waren Texte, die allgemeinverständlich formuliert, aber an die Forschungsliteratur zurückgebunden sind. Nähere Informationen zum Seminar finden sich hier.

Plakat mit Bild von Karl Marx, der ihn als alter Mann mit weißem Haar und Bart zeigt. Überschrift: 'Kapitalismus - Kritik. das Original'. Unten rednerisch: 'Internationale Liste MLDP', mit Logo und weiteren Texten.

Bundestagswahlkampf 2025
(Bild: Tim Schanetzky)